Wechseljahre und Psyche„Sind das noch die Hormone, oder ist es mehr?“
Erschöpfung, nächtliches Grübeln, Gereiztheit oder Tränen ohne erkennbaren Grund: In den Wechseljahren verschwimmen körperliche und seelische Ursachen. Als Frauenärztin und ärztliche Psychotherapeutin habe ich beide Seiten im Blick.

Warum die Seele in den Wechseljahren mitschwingt
Östrogen und Progesteron wirken nicht nur auf Zyklus und Knochen, sondern auch im Gehirn. Sie beeinflussen Schlaf, Stimmung, Stressverarbeitung und Konzentration. Schwanken die Hormone, kann das Gleichgewicht ins Rutschen geraten.
Dazu kommt die Lebensphase selbst: Kinder werden selbstständig oder ziehen aus, Eltern brauchen Unterstützung, im Beruf wird viel erwartet. Viele Frauen tragen in diesen Jahren besonders viel. Wenn dann der Schlaf fehlt, wird aus Belastung schnell Überlastung.
Schlaf
Nächtliches Aufwachen durch Hitzewallungen oder Gedankenkreisen raubt Erholung und verstärkt alles andere.
Stimmung
Schwankungen, Reizbarkeit, Traurigkeit, manchmal das Gefühl, sich selbst fremd zu sein.
Erschöpfung
Körperliche und geistige Müdigkeit, nachlassende Belastbarkeit, Vergesslichkeit.
Angst und Unruhe
Herzklopfen, innere Anspannung, Panikgefühle, die plötzlich auftreten können.
Stimmungstief oder Depression?
Die Grenze ist fließend. So lassen sich die Anzeichen grob unterscheiden:
Häufig hormonell mitbedingt
- Stimmung schwankt, gute Tage wechseln mit schlechten
- Gereiztheit hängt mit Schlafmangel oder Hitzewallungen zusammen
- Freude an Dingen, die Ihnen wichtig sind, ist grundsätzlich noch da
Bitte ärztlich abklären lassen
- Gedrückte Stimmung über mehr als zwei Wochen fast jeden Tag
- Interessen und Freude gehen verloren, alles fühlt sich schwer an
- Hoffnungslosigkeit, Schuldgefühle oder das Gefühl, wertlos zu sein
- Rückzug von Menschen, die Ihnen wichtig sind
In einer akuten Krise wenden Sie sich bitte sofort an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117, an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 (kostenfrei, rund um die Uhr) oder im Notfall an 112.

Beide Seiten gemeinsam behandeln
Weil ich Frauenärztin und ärztliche Psychotherapeutin bin, muss niemand für Sie zwischen „Hormonen“ und „Kopf“ entscheiden. Wir können beide Wege gleichzeitig gehen:
- Körperliche Beschwerden gezielt lindern, mit oder ohne Hormontherapie
- Schlaf verbessern, denn guter Schlaf stabilisiert die Stimmung
- In der Psychotherapie Belastungen ordnen, Grenzen setzen, Kraftquellen finden
- Bei belastenden Erfahrungen auch mit EMDR arbeiten
Wie schnell sich etwas verändert, ist unterschiedlich. Den Verlauf besprechen wir regelmäßig.
Häufige Fragen
Können die Wechseljahre eine Depression auslösen?
Die hormonelle Umstellung kann die Stimmung deutlich beeinflussen, und in den Jahren rund um die Menopause steigt das Risiko für depressive Episoden. Nicht jedes Stimmungstief ist aber eine Depression. Genau diese Unterscheidung treffen wir gemeinsam, denn sie entscheidet über die passende Behandlung.
Hilft eine Hormontherapie auch gegen Stimmungsschwankungen?
Wenn Schlafstörungen und Hitzewallungen die Stimmung drücken, kann eine Hormontherapie indirekt viel bewirken. Eine behandlungsbedürftige Depression oder Angststörung braucht meist eine eigene Behandlung, etwa eine Psychotherapie, gegebenenfalls auch Medikamente. Ich kann beides anbieten und aufeinander abstimmen.
Ich funktioniere noch, fühle mich aber leer. Ist das ein Grund zu kommen?
Ja. Sie müssen nicht warten, bis gar nichts mehr geht. Ein frühes Gespräch kann verhindern, dass aus Erschöpfung ein Zusammenbruch wird.

Lassen Sie uns gemeinsam hinschauen.
Ein erstes Gespräch hilft, Ordnung in die Beschwerden zu bringen. Rufen Sie an oder schreiben Sie mir ein paar Zeilen.
Aktuell sind Termine frei, in dringenden Fällen auch kurzfristig.